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Bewegte Geschichte

Bewegte Geschichte

Etwas unterhalb des Zusammenflusses der Gutach in die Kinzig liegt zu Füßen der Burg Husen die Stadt Hausach. Sie wird umrankt von den gewaltigen Bergmassiven des Brandenkopfes (947 Meter) und des Farrenkopfes (800 Meter).

Hausach befindet sich in einer geschützten Talaue, die von der Schönheit des Schwarzwaldes geprägt ist und vom milden Klima der Rheinebene profitiert.
Flurnamen deuten darauf hin, dass mit den Kelten erstmals Menschen in dieser Gegend siedelten. Die von den Römern 74 n. Chr. erbaute Straße von Straßburg nach Rottweil führte durch das heutige Hausach. Als erstes Gemeinwesen bestand jedoch zunächst die bäuerliche Markgenossenschaft Einbach, in deren Mitte um 1100 die so genannte „Dorfkirche“ erbaut wurde.

Burg Husen

Burg Husen

Um 1220 erhob sich auf der beherrschenden Bergnase die Burg Husen zum Schutze der Handelsstraße und dem in den Tälern betriebenen Silberbergbau. Nach und nach entstand unter dieser Feste die Stadt Hausach, welche erstmals 1259 als "stat" urkundliche Erwähnung fand. Zwischen den beiden fürstenbergischen Amts- und Marktstädtchen Haslach und Wolfach hatte Hausach, obwohl auch etwa 500 Jahre unter dem Zepter der Fürstenberger, keinen leichten Stand. Negative Auswirkungen erwuchsen auch durch die strategische Lage an der Talenge und der Abzweigung ins Gutachtal, welche viele Feinde anzog. Plünderung, Brandschatzung, Zerstörung, Seuchen, Hunger und Tod waren die Folge.

Die Bahn kommt...

Die Bahn kommt...

Einzig die Zollstätte brachte etwas Geld in die meist dürftig gefüllte Stadtkasse. An einstige kriegerische Zeiten erinnern neben der Burgruine noch etliche Schanzenreste, so die einzige erhaltene Talschanze im Kinzigtal. Im Jahr 1806 endete die Herrschaft der Fürstenberger und das Kinzigtal wurde badisch.
Erst der Bahnbau 1866 von Offenburg nach Hausach, dann 1873 bis Villingen und 1886 hinauf nach Freudenstadt, gab dem städtischen Gemeinwesen einen spürbaren Auftrieb. Hausach wurde Eisenbahnerstadt. Viele Jahrzehnte stellten die Bahnbediensteten mit ihren Familien einen erheblichen Teil der Bevölkerung. Eine Bundesbahnschule war in Hausach angesiedelt. Obwohl die Bahn als Arbeitgeber und die einst ausgedehnten Bahnhofsanlagen in den vergangenen Jahren mehr und mehr an Bedeutung verloren, stellt die Stadt unter der Burg noch immer einen idealen Ausgangspunkt für Bahnreisen im Schwarzwald dar.

Industrie- und Schulstadt Hausach

Industrie- und Schulstadt Hausach

Auf der Grundlage des einstigen Bergbaus und des ehemals fürstenbergischen Hammerwerks entwickelte sich Hausach zur Industrie- und Schulstadt des Kinzigtals. 1971 wurde die Eingemeindung von Einbach zu Hausach vollzogen. Die Einbacher Gemarkung mit ihren schwarzwaldtypischen Bauernhöfen hatte zuvor die Stadt Hausach auf drei Seiten umgeben.
An zwei wichtigen Bundesstraßen (B 33 und B 294) gelegen, steigerte sich das Verkehrsaufkommen ins unerträgliche Maß. Im Dezember 1995 konnte durch die Eröffnung der Umgehungsstraße mit einem großen Tunnel die langersehnte Verkehrsberuhigung erreicht werden.

Stolpersteine in Hausach

Stolpersteine für Hausach

Am 23. Mai 2009 wurden in Hausach erstmalig Stolpersteine verlegt. Die Arbeitsgruppe „Wider das Vergessen“ hat damit gemeinsam mit der Stadt im Jubiläumsjahr zum 750. Jahrestag der Ersterwähnung auch an diese geschichtliche Wahrheit erinnert.

Die Stolpersteine stammen von dem Kölner Künstler Gunter Demnig. Er macht auf Opfer der NS-Zeit aufmerksam, indem er Gedenksteine ins Trottoir einlässt, und zwar vor den entsprechenden Wohnhäuser der Opfer. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt der Künstler. Mit den Steinen vor den Häusern, wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE …..Ein Mensch. Ein Name.

Stolpersteine sind ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig hält. Inzwischen liegen in über 480 europäischen Städten Stolpersteine.

Standorte der Stolpersteine:

Volksbank für Herrn Pfarrer König
Schlossstraße 4 für Eugen Decker
Hauptstraße/Rudis Backstüble für Oskar Lehmann


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