Stadtportrait

In einem Auszug der von 1259 datierten Urkunde des Grafen Konrad  von Freiburg wurde dem Abt des Klosters Alpirsbach bei der Durchfahrt durch die „Stadt“ Hausach zum Martinshof (er gehört damals dem Kloster Alpirsbach) Zollfreiheit zugesichert. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Hausach als Stadt und deshalb feierte man im Jahr 2009 den 750. Geburtstag.

"Burg Husen“ ist das Wahrzeichen der Stadt. Graf Heinrich VI. von Freiburg ließ 1453 die alte Burg abreißen und nach und nach ein ansehnliches Schloss bauen, dessen Ruinen heute noch aufragen. In der Umgebung von Hausach wurde in mehr als 60 Stollen und Schächten mit wechselndem Glück nach Erzen gegraben. Vor allem war es das Hauserbacher Silber, das nicht nur Bergleute anzog, sondern auch den Bischof von Straßburg, dem es gelang, für einige Jahre die Grenze seines Machtbereichs um 1230 bis an die Mündung der Gutach vorzuschieben. Der Erzabbau scheint damals auch sehr ergiebig gewesen zu sein, denn wegen der vielen Bergleute (um 1515 waren es allein im Hauserbach 300 Knappen), musste die Kirche im Dorf erweitert werden und der Handel und die Verarbeitung der Erze brachte erstmals Geld in die Stadt. Die „Dorfkirche“, eine Schatztruhe sakraler Kunst, ist das älteste Gebäude der Stadt und eine der ältesten Kirchen im südwestdeutschen Raum überhaupt. Nutzung auch als ehemalige Bergmannskirche.

Als Ergänzung zu den Besucherbergwerken der Nachbarorte Haslach-Schnellingen und Oberwolfach existiert in Hausach ein kleines Freilichtmuseum das sich mit dem Bergbau beschäftigt. Gezeigt wird, unter welch schwierigen Umständen man früher das geförderte Erz weiterverarbeitete. Daneben gibt es einen 10 km langen Bergbaulehrpfad, der mit vielen interessanten Hinweisen rund um den Bergbau beschildert ist.

Den eigentlichen Aufschwung brachte aber erst die Zugverbindung von Hausach über die Schwarzwaldbahn nach Villingen (1873) und dadurch bis zum Bodensee und durch das obere Kinzigtal nach Freudenstadt – Stuttgart (1886), Hausach entwickelte sich zur Eisenbahnerstadt, am Bahnhof waren zeitweise 200 Personen beschäftigt. Mit der „Schwarzwald-Modellbahn“ besitzt das Kinzigtalstädtchen heute die größte Modellbahnanlage nach realem Vorbild.

Als Schulstadt nimmt Hausach im oberen Kinzigtal eine wichtige Funktion als Mittelzentrum wahr. Besonders bedeutsam ist das nach dem Eisenbahnpionier Robert Gerwig benannte Gymnasium mit seinen inzwischen 940 Schülern. Die Zahl der Schüler an den kaufmännischen Schulen in Hausach liegt derzeit bei fast 600. Komplettiert wird die schulische Infrastruktur in Hausach durch die Graf Heinrich Schule, die zugleich Grundschule, Hauptschule und Werkrealschule ist. Die Graf Heinrich Schule besuchen derzeit etwa 400 Schüler. Seit 2005 gibt es in Hausach zudem eine Paritätische Berufsfachschule für Sozial- und Pflegeberufe mit aktuell 230 Schülern. Nicht zu vergessen die Musikschule Offenburg/Ortenau GmbH, eine öffentliche, nach dem Jugendbildungsgesetz anerkannte und geförderte Einrichtung. Die Musikschule bietet mit ausschließlich qualifizierten Musikpädagogen ein komplettes musikalisches Aus- und Weiterbildungsangebot.

Ob mit dem Zug, mit dem Auto oder zu Fuß auf dem bekannten Westweg: In Hausach kommt jeder vorbei, der den mittleren Schwarzwald durchquert. Die zentrale Lage trägt erheblich bei zu Hausachs Bedeutung als Industrie- und Gewerbestandort. Die Stadt hat eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten der ganzen Ortenau und eine der höchsten Kaufkraftziffern. Gleichzeitig ist die Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequelle für den städtischen Haushalt. Die Loyalität der Mitarbeiter zu ihrem Arbeitgeber ist wohl einer der wichtigsten Standortfaktoren im Kinzigtal. 40-jährige Treue zur Firma ist hier keine Seltenheit – und oft klingen die Namen der Geehrten nicht nach alten Hausacher Geschlechtern. Vielen Menschen, die vor Jahrzehnten als Gastarbeiter in die Stadt gekommen sind, ist Hausach längst zur Heimat geworden. Fast 50 Nationalitäten leben und arbeiten hier friedlich zusammen. Hausach ist die einzige Stadt im Kinzigtal  für Gewerbeflächen mit Industriezulassung. Interkommunale Gewerbegebiete sprechen für das gute Miteinander mit den Nachbarorten. Die größten Unternehmen der Stadt arbeiten vorwiegend für die Automobilindustrie. Aber auch andere Branchen von Kunststoff über Containersysteme, Büroeinrichtungen und  -dienstleistungen bis zum Kies- und Betonwerk tragen zum vielfältigen Arbeitsplatzangebot der Stadt bei. So kommt es nicht von ungefähr, dass Hausach zu den wenigen „Einpendler-Städten“ der Ortenau gehört.

Die Industriegeschichte der Stadt wird anschaulich dokumentiert im „Herrenhaus“, einem Barockbau aus dem Jahr 1760. In diesem Gebäude wurde auch der letzte Abt des Klosters „St. Peter auf dem Schwarzwald“, Ignaz Speckle, geboren. Im Museum im Herrenhaus ruhen viele Schätze – darunter auch ein schwarzer Turmalin aus heimatlichen Gefilden. Der 5 Zentner schwere Fund wurde bei den Bauarbeiten zum Sommerbergtunnel  im Juli 1991 gefunden und gehört wohl zum Beeindruckendsten je in Europa gefundenen Kristallgarben.

Das „Forum Hausach“ ist eine überaus aktive Gemeinschaft aus Handel, Gewerbe und Industrie, die Akzente setzt und die Stadt belebt. Zeugnis dafür ist beispielsweise die „Hausach-Card“ – die einzige elektronische Kundenkarte der Ortenau, die für die Geschäfte einer ganzen Stadt ihre Gültigkeit hat.

An Freizeitinfrastruktureinrichtungen fährt das Kinzigtalstädtchen mit einem Badepark, bestehend aus Frei-und Hallenbad, auf, einer modernen Stadthalle als Tagungs- und Kommunikationszentrum, 2 Sporthallen, einer Stadionanlage mit 2 Rasenspielfeldern und einer 400 m Bahn sowie einer Minigolf und Bowle-Anlage.

Ergänzt wird dieses Angebot durch ausgewiesene Nordic Walking – und Mountainbikestrecken und einem MTB-Downhillpark. Am Brandkopfgipfel gibt es zudem ausgewiesene Schneeschuhtrails. Hausach liegt am Kinzigtalradweg sowie am berühmtesten Schwarzwaldfernwanderweg, dem Westweg von Pforzheim bis Basel.

Stellvertretend für die Veranstaltungen sind zu nennen der jedes Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit stattfindende „Bärenadvent“. Nicht nur die Kinder drücken sich die Nasen platt an den Schaufensterdekorationen – die Stadt wird in den 4 Wochen vor Weihnachten regelmäßig zum Mekka aller Teddybärenfreunde, wenn die Schaufenster der Innenstadt mit Bärenszenen zu einem einheitlichen Thema gestaltet werden. Der „Hausacher Bärenadvent“ hat immer auch eine soziale Komponente: Mit dem Erlös aus dem jährlich neu kreierten „Anne-Maier-Bär“ wird jedes Jahr ein behindertes Kind der Stadt oder der Region unterstützt.

Hausach ist zudem „Literaturhauptstadt des ländlichen Raums“ und lädt jedes Frühjahr Autoren von Weltruf zum „Hausacher LeseLenz“ ein. Der Hausacher Lyriker José F.A. Oliver hat 1998 diese Veranstaltung ins Leben gerufen, die sich in den vergangenen 10 Jahren zu einem der bedeutendsten Literaturfestivals  im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. Dafür gibt es zahlreiche Indizien: Große Autoren wie etwa Illija Trojanow kommen immer wieder zum Hausacher LeseLenz, die Chamisso-Preisträger haben vier offizielle Lesungen – in Leipzig, München, Stuttgart und Hausach und die Reihe „Vielstimmiges Afrika“, die im vergangenen Jahr erstmals einen Schwerpunkt bildete, wird auch fortan von Köln, Frankfurt und Stuttgart übernommen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die vorbildliche Weise, mit der der Hausacher LeseLenz die Schulen und Kindergärten einbindet und die Menschen der Stadt bereits von Kindesbeinen an für Literatur begeistert. Zum ersten Mal werden in diesem Jahr, dem 750-jährigen Stadtjubiläum geschuldet, Hausacher LeseLenz-Stipendien vergeben: Barbara Bongartz und Jürgen von Bülow erhalten die von der Stadt Hausach und der Neumayer Stiftung ausgeschriebenen Stipendien in der Sparte Lyrik oder Prosa und Literatur für Kinder und Jugendliche.

Info: Kultur- und Tourismusbüro, Hauptstr. 34, 77756 Hausach

Tel. 07831-7975, Fax. 07831-7958, tourist-info@hausach.de, www.hausach.de