STOLPERSTEINE für Hausach

Aktion Stolpersteine

Am 23. Mai 2009 und am 09. September 2015 wurden in Hausach erstmalig STOLPERSTEINE verlegt.
Die Gruppe „Wider das Vergessen“ (Norbert Baumann, Manfred Schoch, Heinz Welschbach und Günther Rosemann †) möchte gemeinsam mit der Stadt Hausach an diese geschichtliche Wahrheit erinnern.

Ein Mensch - Ein Stein - Ein Schicksal

Die Stolpersteine gedenken der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Arbeitsgruppe "Wider das Vergessen" hat hierfür die Geschichte von vier Hausacher Bürgern, die der Willkür und der Gewalt des nationalsozialistischen Regimens zum Opfer fielen, recherchiert und aufgearbeitet. Der Künstler Gunter Demmig aus Köln macht mit seinem Projekt Stolpersteine auf diese Opfer der NS-Zeit aufmerksam, indem er Gedenksteine in Straßen, Gehwege  usw. einlässt. Mit diesen Stolpersteinen vor den Häusern der Opfer wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.

"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist, so ein Zitat aus dem Talmund. Mit dem Projekt Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig soll auch in der Stadt Hausach und im Ortsteil Einbach die Erinnerung an Menschen lebendig gehalten werden, die einst hier wohnten und die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben und dadurch Opfer der Willkür des Naziregimes wurden. Ein Stolperstein soll dazu aufrufen, dass jeder an seiner Stelle das Mögliche leistet, damit eine solch menschenverachtende Vergangenheit nicht wieder Gegenwart werden kann. Gerade aktuelle Entwicklungen und Tendenzen von Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus belegen, dass man in einer Demokratie niemals müde werden darf, sich für Frieden, Freiheit und Mitmenschlichkeit einzusetzen. Stolpersteine sind Mahnmale, über die wir im täglichen Leben vielleicht unverhofft "stolpern". Sie sind da, wo die Menschen im Alltag einhergehen oder auch bei einem Spaziergang, einer Wanderung unterwegs sind - mitten in der Stadt, ebenso wie im Tal. Mögen diese Stolpersteine für viele Anstoß sein, sich für ein friedliches Miteinander in unserer Stadt und in der Gesellschaft stark zu machen." Manfred Wöhrle, Bürgermeister

"Wir gedenken jener Hausacher und Einbacher Bürger, die von einem barbarischen Staat ihrer Familie, ihrer Heimat und der Gesellschaft entrissen, ihrer Rechte beraubt gewaltsam zu Tode kamen. Wir wollen ihnen ihren Namen zurückgeben, ihre Identität, ihre Würde und sie aus unserer Mitte ehrenvoll verabschieden. Gunter Demnig erinnert mit seinem Kunstprojekt "Stolpersteine" an diese Opfer der NS-Zeit, indem er von ihrem letzten selbstgewählten Wohn- oder Arbeitsort Gedenktafeln aus Messing etabliert. Diese Stolpersteine bieten eine Gelegenheit, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, vor allem und gerade durch das individuelle Schicksal, das einen Namen, ein Gesicht bekommt. Sie sind bleibendes Mahmal, sich an die Vergangenheit zu erinnern und jeder Gefahr der Wiederholung entgegen zu wirken. In Hausach wurden vier Stolpersteine verlegt. Sie stehen für vier Mal Leben als Vater, als Sohn, als Mitbürger oder als Nachbar." Gruppe Wider das Vergessen

Stolpersteine für Hausach

vor der Volksbank für Herrn Pfarrer König, Jg. 1904, verhaftet 1944, Gefängnis Waldshut, gestorben an Haftfolgen am 13.05.1945

in der Schlossstraße 4 für Herrn Eugen Decker, Jg. 1897, am 03.06.1937 in die Pflegeanstalt Fußbach eingewiesen, ermordert am 29.08.1940 in der Heilanstalt Grafeneck, T4-Aktion

vor Rudis Backstüble für Herrn Oskar Lehmann, Jg. 1914, Wehrmachtsgefängnis Torgau/Fort Zinna, Bewährungsbatallion 500, gestorben am 19.08.1943 in Tossina

beim Naturfreundehaus Lassgrund für Franz Sengle, Jg. 1898, "Schutzhaft" 1940, Gefängnis Wolfach, Dachau, Sachsenhausen, 1941 Neuengamme, ermordert am 13.08.1941 im KZ Dachau