Erste Erwähnung / Gründung

Es gibt Belege dafür, dass erste Siedlungen keltischen Ursprungs sind. Danach drangen die Römer bis zum Rhein vor. Im Jahre 74 nach Christus ließ der römische Feldherr Cornelius Clemens von Straßburg durch das Kinzigtal nach Rottweil eine Heerstraße bauen, die am Schlossberg Hausach vorbeiführen musste. Eine römische Besiedlung konnte jedoch bis jetzt noch nicht nachgewiesen werden. Auch die Alemannen, die in lang andauernden Kämpfen die römischen Legionen vertrieben, hinterließen keine gültigen Beweise, wann sie bei uns sesshaft geworden sind.

Fest steht aber, dass auf dem Schlossberg-Felsen einmal eine Burg – 1246 erstmals als „Castrum Husen“ genannt – aus den Fundamenten wuchs. Doch zuvor wurde im Tal die Dorfkirche als eine Stiftung der Herren von Wolfa vermutlich um das Jahr 1000 als gemeinsames Gotteshaus für die Bauern der umliegenden Täler erbaut. Deshalb muss die Dorfkirche als der eigentliche Mittelpunkt einer großen, bäuerlichen Marktgenossenschaft angesehen werden, in die sich später zu Füßen der Burg die Stadt Hausach hinein entwickelte, während die Gemarkung Einbach bis 1971 als selbständige Gemeinde erhalten blieb.

Wann Hausach nach dem Bau der Burg gegründet wurde, ist nicht bekannt. Geschah es unter den städtefreudigen Zähringern, die bis zu ihrem Aussterben 1218 die Burg ihr Eigen nannten oder kommen dafür die Grafen von Freiburg in Frage? Einem Spross ihres Geschlechts, der Gräfin Verena von Freiburg, wird bei der Verheiratung (1303) mit dem Grafen Heinrich II. von Fürstenberg die Herrschaft Husen als Mitgift geschenkt. Um diese Zeit wird Hausach auch als „Stadt“ erwähnt.

In einem Auszug der von 1259 datierten Urkunde des Grafen Konrad  von Freiburg  wurde dem Abt des Klosters Alpirsbach zugesichert, dass seine Leute bei der Durchfahrt durch die „Stadt“ Hausach zum Martinshof (er gehörte damals den Mönchen von Alpirsbach) keinen Zoll zu entrichten hatten. Demnach datiert die erste urkundliche Erwähnung von Hausach als Stadt bereits 1259. Und deshalb feiert Hausach im nächsten Jahr seinen 750. Geburtstag.

Generationen später ließ der baulustige Graf Heinrich VI. 1453 die alte Burg abreißen und nach und nach ein ansehnliches Schloss bauen, dessen Ruinen heute noch aufragen.

In der Umgebung von Hausach wurde in mehr als 60 Stollen und Schächten mit wechselndem Glück nach Erzen gegraben. Vor allem war es das Hauserbacher Silber, das nicht nur Bergleute anzog, sondern auch den Bischof von Straßburg, dem es gelang, für einige Jahre die Grenze seines Machtbereichs um 1230 bis an die Mündung der Gutach vorzuschieben. Der Erzabbau scheint damals auch sehr ergiebig gewesen zu sein, denn wegen der vielen Bergleute (um 1515 waren es allein im Hauserbach 300 Knappen), musste die Kirche im Dorf erweitert werden und der Handel und die Verarbeitung der Erze brachte erstmals Geld in die Stadt.

Denn eigentlichen Aufschwung  brachte aber erst die Zugverbindung von Hausach über die „Schwarzwaldbahn“ nach Villingen (1873) und dadurch bis zum Bodensee und durch das obere Kinzigtal nach Freudenstadt – Stuttgart (1886). Hausach entwickelte sich zur Eisenbahnerstadt, am Bahnhof waren zeitweise 200 Personen beschäftigt. Zum Ruf als Schulstadt trug auch die weithin bekannte Eisenbahnerschule bei.